DNA Strang im Fläschchen
Jede 8. Frau erkrankt heute an Brustkrebs. Bei 5-10% der Brustkrebs­erkrankungen liegen erbliche Belastungen vor. Daher ist es wichtig, erbliche Krebs­erkrankungen frühzeitig zu erkennen um gezielte Früherkennungs­programme anzubieten und damit auch die Heilungs­chancen deutlich erhöhen zu können.

Manchmal wird vor der Operation eine Chemo­therapie verabreicht, um den Tumor zu verkleinern und um die Langzeit­prognose besser einschätzen zu können. Bei bestimmten Formen von Brustkrebs kann die Chemo­therapie auch mit einer Antikörper­behandlung kombiniert werden.

Antikörper­therapien zählen zur Gruppe der ziel­gerichteten Behandlungs­methoden („targeted therapies"). Ziel­gerichtete Behandlungs­methoden sind gegen Oberflächen­moleküle von Tumor­zellen gerichtet und wirken unter anderem dadurch, dass sie das körper­eigene Immun­system aktivieren. Bei Vorliegen einer Mutation in BRCA1 oder BRCA2 kommen – besonders wenn der Krebs zwar in einem frühen Stadium entdeckt wurde, jedoch Merkmale einer erhöhten Aggressivität besitzt – Medikamente aus der Klasse der „PARP-Inhibitoren" zum Einsatz. Diese verlängern nicht nur die Zeit bis zum Fort­schreiten der Erkrankung, sondern können teilweise auch eine Verlängerung der Überlebens­zeit ermöglichen.

Sollte der Brustkrebs bereits Tochter­geschwülste in anderen Organen entwickelt haben, kann bei Vorliegen einer Mutation in BRCA1 oder BRCA2 auch beim fort­geschrittenen Krebs­stadium ein PARP-Inhibitor zum Einsatz kommen. Die Bestimmung von BRCA1 und BRCA2 ist daher inzwischen eine Standard­untersuchung bei der Diagnose Brustkrebs, unabhängig davon, ob bereits andere Familien­mitglieder an Brust- oder Eierstock­krebs erkrankt sind und unabhängig davon, ob die Brustkrebs­erkrankung bereits Tochter­geschwülste entwickelt hat oder nicht.

PARP-Inhibitoren sind bei Mutations­trägerinnen wirksamer und gleichzeitig deutlich neben­wirkungs­ärmer als die bisher häufig in diesem Stadium eingesetzten Chemo­therapien. Sie werden als Tabletten eingenommen.

Die meisten Brustkrebs­zellen werden durch das Sexual­hormon Östrogen in ihrem Wachstum angeregt. Die Wirkung von Östrogenen kann durch sogenannte „anti­hormonelle Therapien" neutralisiert werden. Anti­hormonelle Therapien sind in Tabletten­form verfügbar und werden über mehrere Jahre eingenommen. Sie sind außer­ordentlich wirksam.