Psychologische Betreuung

Das Auftreten von familiär gehäuftem Brust- und/oder Eierstockkrebs kann für alle Familienmitglieder, nicht nur für die erkrankten Personen, eine psychische Belastung darstellen.

Die Entscheidung, ob Sie eine genetische Untersuchung der Gene BRCA1 und BRCA2 durchführen lassen möchten, sollte gut überlegt und vor allem gut informiert getroffen werden. Ob Sie sich genetisch untersuchen lassen möchten oder nicht, ist immer Ihre ganz persönliche Entscheidung. Sie können gerne ein psychologisches Gespräch vereinbaren, falls Sie unsicher sind, ob Sie eine genetische Untersuchung durchführen lassen möchten. Auch während der Wartezeit auf das Untersuchungsergebnis bzw. nach der Mitteilung des Ergebnisses kann es sinnvoll sein, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Abhängig vom Untersuchungsergebnis können sowohl ent- als auch belastende psychische Auswirkungen auftreten. Einerseits kann das Wissen um eine genetische Veränderung für die Betroffene / den Betroffenen eine große Belastung darstellen. Andererseits wird dies oft auch als Chance gesehen an einem speziellen Früherkennungsprogramm teilzunehmen.

Psychologische Betreuung kann Sie zu verschiedenen Zeitpunkten unterstützen und entlasten. Ein Teil der Patientinnen und Patienten benötigt Unterstützung bei der Verarbeitung des genetischen Untersuchungsergebnisses. Angst vor der Erkrankung, Sorge um den genetischen Status der eigenen Kinder, aber auch Familienkonflikte, die durch die genetische Untersuchung reaktiviert wurden, können in Gesprächen bearbeitet werden.

Die Unterstützung wird den betroffenen Familien im Bedarfsfall auch längerfristig angeboten. Besonders wichtig ist die Hilfe in Krisensituationen, beispielsweise bei der Erkrankung eines Familienmitglieds oder der Patientin / des Patienten selbst. Auch die Entscheidung für oder gegen eine vorbeugende (prophylaktische) Operation stellt für viele Frauen einen sehr schwierigen Prozess dar, in dem eine psychologische Begleitung die Patientinnen / die Patienten unterstützen kann.

Wenn Sie vom erblich bedingten, erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs betroffen sind, macht es oft Sinn, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen um sich über spezielle Themen zu unterhalten. Aus diesem Grund wurde eine BRCA-Gesprächsgruppe ins Leben gerufen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie jederzeit die Möglichkeit haben, psychologische Beratung im Zusammenhang mit familiärem Brust- oder Eierstockkrebs in Anspruch zu nehmen.

Termine mit Frau Mag. Renate Lichtenschopf oder Frau Mag. Romana Renz (Klinische Psychologinnen) können telefonisch vereinbart werden unter 01/40400-76050 oder per E-mail unter renate.lichtenschopf@akhwien.at oder romana.renz@akhwien.at.

Da genetische Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2 vererbt werden, ist immer auch die Familie (Mutter oder Vater, Geschwister, eigene Kinder,…) mitbetroffen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich folgende Aspekte überlegen:

■ Wem würde ich von der genetischen Veränderung erzählen?

■ Wie könnte ich ein ungünstiges Untersuchungsergebnis in mein Leben integrieren?

■ Welche konkreten Konsequenzen würde ich vermutlich aus dem Untersuchungsergebnis ziehen (z.B.: Früherkennung/ vorbeugende Operationen etc.)?

■ Wie würde ich damit umgehen, dass auch meine Kinder davon betroffen sein könnten?

■ Was würde es für meine Familie bedeuten, wenn auch andere Familienmitglieder davon betroffen sind? 

 

Diese und andere Fragen werden ausführlich im genetischen Erstberatungsgespräch besprochen.

Fragen Sie aktiv Ihre Ärztin / Ihren Arzt nach psychologischen Betreuungsmöglichkeiten in Ihrer Nähe. Psychologische Betreuung kann Sie unterstützen und entlasten.