DNA Strang im Fläschchen
Jede 8. Frau erkrankt heute an Brustkrebs. Bei 5-10% der Brustkrebs­erkrankungen liegen erbliche Belastungen vor. Daher ist es wichtig, erbliche Krebs­erkrankungen frühzeitig zu erkennen um gezielte Früherkennungs­programme anzubieten und damit auch die Heilungs­chancen deutlich erhöhen zu können.

BRCA1 und BRCA2 (BReast CAncer Gene 1 und 2, engl. für Brustkrebsgen 1 und 2) sind Gene, die jede Frau und jeder Mann von Geburt an trägt. Man kann Gene mit Bauplänen vergleichen, in denen die Zusammen­setzung von Eiweiß­molekülen beschrieben ist. BRCA-Eiweiß­moleküle, die nach Vorbild der Gene gebildet werden, besitzen eine wichtige Funktion bei der Reparatur von Zellschäden. Sie sind also daran beteiligt, die Entstehung von Krebs zu verhindern.

Eine krankheits­relevante Genv­eränderung wird auch als „Mutation“ bezeichnet und kann im Falle von BRCA die Reparatur­funktion der Eiweiß­moleküle beeinträchtigen. Zellschäden, die im Laufe des Lebens auftreten, können somit nicht mehr repariert werden. Frauen, die eine Mutation in einem der beiden BRCA-Gene tragen, haben ein stark erhöhtes Risiko, im Laufe des Lebens an Brust- und Eierstock­krebs zu erkranken. Nach heutigem Wissensstand liegt die Wahrscheinlich­keit im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken in einem solchen Fall bei bis zu 85%, und die Wahrscheinlich­keit an Eierstock­krebs zu erkranken bei mehr als 50%. Männer, die eine Veränderung im BRCA1- oder BRCA2-Gen tragen, haben ein erhöhtes Risiko im Laufe des Lebens an Brustkrebs oder Prostata­krebs zu erkranken. Eine Mutation in BRCA1 kommt in einer von 500 Personen vor, und eine von 700 Personen trägt eine BRCA2-Genmutation.

  • Auch Männer können angeborene Veränderungen in BRCA1 und BRCA2 tragen
  • Jedes Kind einer Person mit einer Mutation in BRCA1 oder BRCA2 hat eine 50%ige Wahrscheinlichkeit, das veränderte Gen zu erben bzw. geerbt zu haben.
  • Wenn das veränderte BRCA-Gen nicht geerbt wurde, so kann es auch nicht an Kinder weitergegeben werden: Eine Gen­veränderung kann keine Generation „überspringen“. Allerdings muss nicht in jeder Generation eine Krebs­erkrankung auftreten.
Infografik