DNA Strang im Fläschchen
Jede 8. Frau erkrankt heute an Brustkrebs. Bei 5-10% der Brustkrebs­erkrankungen liegen erbliche Belastungen vor. Daher ist es wichtig, erbliche Krebs­erkrankungen frühzeitig zu erkennen um gezielte Früherkennungs­programme anzubieten und damit auch die Heilungs­chancen deutlich erhöhen zu können.

Durch eine genetische Untersuchung können Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2, aber auch in anderen Risikogenen festgestellt werden. BRCA-Genver­änderungen können in allen Körperzellen vorkommen („Keimbahn­mutationen“) oder nur in Tumorzellen gefunden werden („somatische Mutationen“). Im Prinzip kann eine genetische Untersuchung vom Blut oder vom Tumorgewebe durchgeführt werden. Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile:

Durch die Untersuchung von Gen­veränderungen im Blut werden sogenannte „Keimbahn­mutationen“ entdeckt: dabei handelt es sich um Veränderungen in der genetischen Information, die in allen Zellen des Körpers vorhanden sind, und die auch an die Nachkommen weitervererbt werden können. Diese Untersuchungsmethode ist einfacher durchzuführen und ermöglicht auch eine genauere Einschätzung des Brust- bzw. Eierstock­krebsrisikos anderer Familien­mitglieder, sowie des Risikos der Patientin, an anderen Krebsarten, wie z.B. Brustkrebs, zu erkranken. Allerdings muss vor der Blutabnahme ein genetisches Beratungs­gespräch durchgeführt werden. Die Untersuchung auf Brust- und Eierstock­krebsrisiko-Genveränderungen im Tumorgewebe ermöglicht zusätzlich auch die Entdeckung von Genveränderungen, die im Tumor neu entstanden sind. Sie setzt jedoch voraus, dass ausreichend Tumorgewebe für eine Analyse zur Verfügung steht, und lässt keine genauere Einschätzung des Risikos für andere Krebs­erkrankungen oder des Brust- bzw. Eierstock­krebsrisikos anderer Familien­mitglieder zu.

Bei Untersuchungen im Tumorgewebe ist eine vorausgehende genetische Beratung zwar nicht verpflichtend, ein ausführliches Aufklärungs­gespräch ist jedoch empfehlenswert. Wenn im Tumorgewebe dann eine Genmutation gefunden wird, so sollte der betroffenen Patientin üblicherweise auch eine Untersuchung aus einer Blutprobe angeboten werden, um zweifelsfrei feststellen zu können, ob eine Keimbahn­mutation vorliegt. Untersuchungen von BRCA1 und BRCA2 und einer Reihe von anderen Risikogenen von Proben aus ganz Österreich werden an der Medizinischen Universität Wien unter strengen Qualitäts­kontrollen und mit modernsten Untersuchungs­methoden durchgeführt. Die dafür notwendige Blutabnahme bzw. Bereitstellung von Tumorgewebe findet durch die betreuende Fachärztin/den betreuenden Facharzt im Krankenhaus oder in einer der mehr als 100 Beratungs­stellen flächendeckend in ganz Österreich statt.